Lehrgänge Longe und Doppellonge Abzeichen Handarbeit

Diese Bilderreihe zeigt den damalig 7jährigen Whesley-Wenzel Sohn Wellness mit verschiedenen Ausbindemöglichkeiten. Ich möchte betonen, dass er an diesem Tag wie auf den Bildern erkennbar auf die einzelnen Hilfsmittel reagiert hat. Wichtig bleibt es zu betonen, dass es von Pferd zu Pferd verschieden ist, und dass auch Wellness heute - ein halbes Jahr nach dieser Fotoreihe - wahrscheinlich anders auf einzelne Ausbinder reagieren würde.

Wellness im Trab am Kappzaum ohne Hilfsmittel, mit seinen 1,77 m wird er auf großem Kreis lonigert. Seine Biegung ist der Linie angepasst. Deutlich zu sehen, dass die lang gelehrte Rippenbiegung anatomisch nicht  richtig ist. Besonders die vorderen Rippen, die mit dem Brustbein verwachsen sind, können sich nicht biegen. Ebenso der Bereich des Kreuzbeins ist nicht biegsam. Es gibt keine "gleichmäßige Längsbiegung".

Wellness im Trab am Gogue. Deutlich ist der gedehnte Hals und die aufgewölbte Rückenlinie. Er bewegt sich locker und fleißig. Das oft angeführte Problem der fehlenden seitlichen Begrenzung ist hier nicht zu sehen. Wellness ist in Balance und folgt der Longe am Kappzaum.

Wellness im Schritt am Gogue. Im Schritt wird die Dehnung noch deutlicher. Wellness verfügt über enorme Schrittqualitäten, mit Gogue ist der Vier-Takt sicher.

Wellness am Chambon. Es ist erkennbar, dass das Genick sich noch leichter öffnen kann als mit dem Gogue. Die Dehnung wird extrem gefordert. Doch schon im Schritt wird deutlich, dass dieser Hilfszügel bei Wellness, der mit der korrekten Dehnung keine Probleme (mehr) hat, zu sehr vorwärts-abwärts wirkt. Ein Chambon ist besser geeignet für Pferde, die zu lange, zu hoch und zu eng gearbeitet wurden. Mit Chambon wird nie geritten, es ist ausschließlich ein Hilfszügel zur Korrektur an der Longe.

Im Trab mit Chambon  wird oben Beschriebenes deutlich. Wellness hebt den Kopf an, damit benutzt er nicht mehr die richtigen Muskeln, er zieht den Kopf - und Halsbereich nach oben und wölbt den Rücken nicht mehr auf (vgl. Trab mit Gogue).

Und im Galopp wird die Unsinnigkeit der Nutzung dieses Hilfsmittels augenscheinlich. Er verliert die Balance und legt sich mit höherem Tempo sehr in die Kurve. Um das Gleichgewicht nicht völlig zu verlieren, stellt er sich nach außen. Dieser Hilfszügel verbessert ihn nicht, er nutzt die falschen Muskeln, macht sich fest und verliert die Balance. Wellness ist von Natur aus sehr flexibel, da ein Chambon feste Muskeln lockert, ist dieser Hilfsmittel unsinnig. Locker  noch lockerer gemacht macht fest.

Wellness mit lang genug geschnalltem Dreieckszügel. Er bleibt im Takt, und das ist wichtig, da sein Schritt aufgrund der enormen Schrittweite passgefährdet ist. Jedoch geht seine Nase hinter die Senkrechte, er tritt nicht an den Hilfsazügel heran, er verkriecht sich dahinter.

Wellness am Dreieckszügel. Deutlcih ist die Vorwärts-Abwärts Tendenz. Er ist hinter der Senkrechten und geht auf der Vorhand. Die Kruppe ist höher als der Widerrist. Im Vergleich zu Gogue and Chambon tritt er etwas kürzer.

Wellness braucht die Freiheit, dass die Nickbewegung seines Kopfes nicht verhindert wird. Der Laufferzügel stellt ihn höher ein, begrenzt ihn aber deutlich. Er geht sehr stark hinter der Senkrechten, er rollt sich auf.

Wellness mit Laufferzügel. Damit er geht im Voltigieren, der Laufferzügel gibt ihm die dafür nötige seitliche Begrenzung und den notwendigen Halt. Seine Haltung ist soweit ok, aber er wölbt den Rücken nicht auf. Bei der Arbeit ist diese Art des Ausbindens ok, er parallel dazu braucht er andere Arbeit, die ihm hilft Muskeln aufzubauen.

Wellness mit Ausbinder. Die seitliche Begrenzung ist gegeben. Aber seine Haltung erzwungen und fixiert. Die Aufwärtswölbung in der Lendenwirbelsäule wird isoliert. Die Aufwärtswölbung umfasst nicht den ganzen Rücken, die gesamte Oberlinie. Er tritt an den Ausbinder heran, aber seine Halsmuskulatur arbeitet nicht als ganzes. Die Vorhand bewegt sich nicht frei, die Tritte wirken gebunden.

Und zu guter Letzt:                                       In unserem Stall sind viele Kinder:

 

Kannst Du mal die Longe ordentlich weghängen?                                                         

Hab ich, Sibylle.